02/05/2026 0 Kommentare
Unterwegs mit Paul Gerhardt
Unterwegs mit Paul Gerhardt
# Sonntagsgedanken

Unterwegs mit Paul Gerhardt
Wenn ich Paul Gerhardts Texte lese und diese wundervollen Lieder singe, entstehen unwillkürlich Bilder in meinem Kopf. Bilder einer wundervollen, friedlichen, buten Welt, die schöner nicht sein könnte. Bilder eines unbeschwerten Lebens voller Dankbarkeit. Die Texte drücken so viel Zufriedenheit aus, dass man es sich nicht anders vorstellen kann, als dass Paul Gerhardt ein sorgenfreies und unbeschwertes Leben geführt haben muss. Sieht man sich aber an, wann er gelebt hat, so wird schnell klar, dass sein Leben alles andere als leicht und unbeschwert gewesen ist. Ganz zentral, mitten in seinem Leben stehen die Jahre des Dreißigjährigen Krieges und Zeiten der Pest. Paul Gerhardts Eltern verstarben kurz hintereinander, als er noch ein Kind war. Vier seiner fünf Kinder sind sehr früh verstorben. Nur ein Sohn hat das Erwachsenenalter erreicht. Auch seine Frau verstarb schon früh mit Mitte 40.
Paul Gerhardt hätte allen Grund zur Klage gehabt. Stattdessen drücken seine Lieder diese Fröhlichkeit und Dankbarkeit aus. Wie ist das zu erklären?
Er stand als Pfarrer fest zum Glauben, geprägt von Luthers Lehren, sich Gottes Liebe absolut sicher. Er wusste sich auch in den höchsten Nöten geborgen und konnte so voll Zuversicht und Gottvertrauen in die Zukunft sehen.
Was bedeutet das für uns heute? Wir können Paul Gerhardt als großes Vorbild für uns nehmen. Unsere Zeiten sind turbulent. Die Welt scheint auseinander zu brechen. Sie ist von Unsicherheiten geprägt. Die Stabilität schwankt.
Paul Gerhardts Texte erinnern uns immer wieder daran, dass Gott unser Anker und unser Kompass ist. Er ist es, der Stabilität in unser Leben bringt. Durch ihn können wir unsere Zuversicht bewahren und trotz aller Unsicherheiten hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Bei ihm wissen wir uns geborgen. Darauf können wir uns verlassen. Die Lieder von Paul Gerhardt helfen uns dabei, das nicht zu vergessen.
Die erste Strophe von „Befiehl Du Deine Wege“ endet mit den Worten: Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, dass dein Fuß gehen kann.
Mit diesem Satz in der „Hosentasche“ lässt es sich ganz sicher leichter durchs Leben gehen.
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