Davonlaufen ist keine Lösung

Davonlaufen ist keine Lösung

Davonlaufen ist keine Lösung

# Sonntagsgedanken

Davonlaufen ist keine Lösung

Jona war davongelaufen. Weg, nur weg, diese Aufgabe war ihm zu groß. Diese Anforderungen wollte er nicht erfüllen. Soweit er konnte, lief er - bis zum Meer. Doch auch das Wasser hielt ihn nicht auf. Er besorgte sich eine Schiffspassage. Nachgedacht hatte er wohl nicht. Der Entschluss war spontan. Er hatte Angst und Angst löst Fluchtreflexe aus.

Jona war auf der Flucht, auf der Flucht vor Gott und seiner Aufgabe. Auf den Weiten des Meeres würde ihn das nicht mehr erreichen. Doch beim Sturm auf dem Meer muss er entdecken, dass das nicht funktioniert. Er kann nicht davonlaufen vor seiner Angst, er kann nicht weglaufen vor sich selbst und auch nicht vor Gott. Gott ist da im Sturm des Meeres und auch als ihn die Matrosen in ihrer Verzweiflung über Bord werfen. Und Jona tut nun das, was er vorher partout nicht wollte. Er liefert sich Gott aus. Er lässt sich in die Fluten werfen, die ihn verschlingen werden, wie er glaubt.

Die Fluten haben Jona nicht verschlungen. Es ist ein Fisch, der ihn verschlingt, ein großes Fischmaul und ein dunkler Fischbauch sind seine Rettung. Schwarz wie die Nacht ist es im Bauch des Fisches. Und doch spürt Jona, dass dieser Fisch nicht zufällig da ist. Gott hat ihn gerettet, wenn auch an einen seltsamen Ort. Und in Jona verbreitet sich ein Gefühl, dem die Angst weicht, und das ihn singen lässt: Dankbarkeit. 

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