Haltung zeigen. Gott vertrauen.

Haltung zeigen. Gott vertrauen.

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# Sonntagsgedanken Dörnigheim

Haltung zeigen. Gott vertrauen.

Wer nach Worms reist, findet in der Nähe des Doms eine Bodenplatte, die auf den Ort des Geschehens hinweist. Dort soll Martin Luther 1521 vor dem Kaiser seine Schriften widerrufen. Doch das tat er nicht. Seine Worte (die er ein wenig anders formuliert hat) wurden weltberühmt: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen“. Was für ein mutiger Mensch, mag man denken. Steht da allein vor den Mächtigen und steht zu seinen Überzeugungen. Damals sahen das viele anders. Was maßt sich dieses Mönchlein an? Wie kann er glauben, es besser zu wissen?

Luther war weder Revolutionär noch Märtyrerkandidat. Er hatte Angst vor dem, was ihm die Staatsmacht antun könnte. Er war auch nicht so vermessen zu glauben, dass er nicht irren könnte. Er wollte in Worms seine Thesen zur Diskussion stellen, doch er wollte sich nicht einfach unterwerfen. Er orientierte sich an der Bibel und fühlte sich gebunden an die Wahrheiten, die er der Bibel entnahm.

Die innere Bindung, die dabei deutlich wird, nennen wir Gewissen. Luther folgte seinem Gewissen und überwand seine Angst. In der zugespitzten Situation zwischen Zweifel und Gewissheit, Angst und Mut, traf er eine Entscheidung und vertraute sich der Gnade Gottes an.  „Gott helfe mir. Amen.“ waren seine letzten Worte – und ganz sicher hat er sie nicht einfach dahingesagt. Wenn es eine Instanz gibt, vor der wir uns verantworten müssen und auf die wir vertrauen können, dann ist es Gott.

Luther  kannte die Grenzen menschlichen Handelns. Wir modernen Menschen müssen uns diese Grenzen manchmal erst wieder vor Augen führen. Und doch auch wir sind nicht die Herren über Leben und Tod. Auf wen können wir vertrauen, wenn die Welt aus den Angeln gerät? Damals wie heute sind wir auf die Gnade Gottes angewiesen.

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