10/10/2026 0 Kommentare
Geteilte Freude. Geteiltes Leid
Geteilte Freude. Geteiltes Leid
# Sonntagsgedanken Dörnigheim

Geteilte Freude. Geteiltes Leid
Es ist eine alte Weisheit: geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Diese Erfahrung haben wir wohl alle schon einmal gemacht.
Geteilte Freude: Wie gut tut es, wirklich fröhlich und aus ganzen Herzen mit anderen zu singen, Lieder des Glücks, der Freude, der Dankbarkeit. Wie wunderbar ist es, miteinander zu feiern, zu lachen, zu tanzen.
Geteiltes Leid: Wie gut tut es, die Trauer, die Wut, dieses verletzte Gefühl tief im Bauch, dies alles herauszulassen. Auszusprechen. Der Seele freien Raum geben. Laut und leise. Auch in der Stille, im miteinander Schweigen, im einfach da sein und aushalten.
Kann und soll christliche Gemeinschaft, kann und soll kirchliches Leben nicht genau das sein? Ein Raum, in dem wir Freude und Leid miteinan-der und mit Gott teilen?
Dies gilt ganz besonders für den Fall einer schweren Erkrankung. Jakobus schreibt: „Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.“
„Da hilft nur noch beten“ - so sagt man. Gegenfrage: Hilft beten? Leider können wir keinen Menschen gesundbeten. Durch das Gebet alleine wird der Mensch nicht wieder gesund. Warum also beten? Weil ich im Gebet meine Krankheit, mein Leiden, meinen Schmerz mit Gott teilen kann. Denn so ist beten: als ob ich mit Gott auf einer Bank sitze. Alles kann ich mit ihm besprechen. Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid.
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